Karriere und Weiterbildung für Köche

Nach der Kochausbildung geht es für die meisten Absolventen in die erste Festanstellung als Commis de Cuisine. Einige bleiben zuerst einmal in ihren Ausbildungsbetrieben, andere sammeln Erfahrungen in einem neuen Restaurant oder Hotel, vielleicht sogar in einer anderen Stadt oder einem anderen Land. Dabei muss es aber nicht bleiben. Oft suchen junge Köche nach einigen Jahren im Beruf oder teilweise auch schon direkt nach Erhalt des Gesellenbriefes nach weiteren Möglichkeiten, um ihren beruflichen Erfolg weiter voranzutreiben oder sich in eine andere Richtung zu entwickeln. Karriere und Weiterbildung sind daher auch für angehende Köche und junge Berufseinsteiger ein wichtiges Thema. Nach der Ausbildung als Koch stehen dir viele Türen offen. Damit du den Überblick behältst, findest du auf dieser Seite anerkannte Fort- und Weiterbildungen und alle möglichen Wege, die du für deine Karriere als Koch einschlagen kannst.

Karriere als Koch

Wo will ich nach der Ausbildung arbeiten? Diese Frage stellen sich viele Kochazubis bereits sehr früh. Und das aus gutem Grund – die Möglichkeiten, die du als ausgebildeter Koch bzw. ausgebildete Köchin hast, sind groß. Entscheiden muss man sich hierbei nicht nur zwischen der Vielzahl an unterschiedlichen Betrieben im Gastgewerbe, sondern auch bei der Wahl des Postens, den man in der Küche anstrebt.

Betriebe und Branchen

  • Restaurants 
  • Hotels 
  • Systemgastronomie
  • Kreuzfahrtschiffe
  • Catering- und Partyservice-Betriebe
  • Kantinen und Großküchen 
  • Krankenhäuser und Kurkliniken
  • Pensionen, Gasthöfe und andere Beherbergungsbetriebe

Posten in der Küche

  • Saucier (Fonds und Saucen)
  • Gardemanger (Salate, kalte Küche)
  • Hors-d’œuvier (Vorspeisen)
  • Entremetier (Sättigungsbeilagen)
  • Légumier (Gemüse)
  • Potager (Suppen)
  • Poissonnier (Fisch)
  • Rôtisseur (Braten)
  • Boucher (Küchenmetzger)
  • Grillardin (Steaks & Co)
  • Pâtissier (Desserts)

In wie viele Posten eine Küche aufgeteilt ist, hängt im Wesentlichen von der Größe des Betriebes ab. Während in kleinen Restaurants oftmals Posten wie Saucier, Poissonnier, Entremetier usw. zusammengefasst und von einer Person übernommen werden, sind in größeren Hotels und Restaurants deutlich mehr Abstufungen zu finden. Dies bedeutet eine intensivere Spezialisierung, im Gegenzug aber auch weniger Freiheiten. Wenn du bereits früh weißt, wo deine Stärken liegen und in welche Richtung du dich entwickeln möchtest, kann diese Entscheidung auch schon für die Wahl deines Ausbildungsbetriebes entscheidend sein.

Spezialisierung und Fortbildung

Diätkoch

Als Diätkoch bist du der Experte für gesunde Ernährung und Ansprechpartner für Menschen mit speziellen diätischen Bedürfnissen. Sowohl das Beraten, als auch das Kochen selbst sind die Hauptaufgaben eines Diätkochs. Zudem gehören Speiseplanung,  Kostenüberwachung, Qualitätssicherung sowie die Einhaltung von Arbeitssicherheit und Lebensmittelhygiene zu deiner Verantwortung.

Einsatzgebiete für den Diätkoch sind unter anderem:

  • Krankenhäuser
  • Altenpflegeheime
  • Kurkliniken
  • Fitnesseinrichtungen
  • Wellnesseinrichtungen

Die Ausbildung umfasst Inhalte aus den Bereichen Ernährungslehre, Diätetik, sowie medizinische Grundlagen und Fachpraxis in der Erstellung von Speiseplänen und der Zubereitung von Gerichten. Wenn du dich zum Diätkoch weiterbilden möchtest, brauchst du neben der abgeschlossenen Kochausbildung zusätzlich 1-3 Jahre Berufserfahrung. Die Voraussetzungen unterscheiden sich je nach Ort und Ausbildungsinstitut.

Nach Abschluss der Weiterbildung zum Diätkoch bekommst du einen öffentlich-rechtlich anerkannten Abschluss von der Industrie- und Handelskammer (IHK). Als geprüfter Diätkoch kannst du zudem einen Antrag auf Ausstellung des Zertifikates „Diätetisch geschulter Koch DGE“ stellen.

Diätetisch geschulter Koch

Der Zertifikatslehrgang zum diätetisch geschultem Koch richtet sich vordergründig an ausgebildete Köche, darüber hinaus steht er aber auch anderen Berufsgruppen offen, die mit Nahrungsmitteln arbeiten, wie Bäckern, Konditoren, Metzgern oder Hauswirtschaftern.

Der Lehrgang umfasst etwa 210 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten und kann in Vollzeit oder Teilzeit absolviert werde. Die Inhalte des Lehrgangs sind dem der Weiterbildung zum Diätkoch sehr ähnlich. Dazu gehören beispielsweise: 

  • Grundlagen der Ernährungslehre
  • Anatomie, Physiologie, Biochemie
  • Krankheitslehre, Pathophysiologie
  • Diätetik
  • Lebensmittelkunde
  • Hygiene
  • Fachpraktischer Unterricht

Nach erfolgreicher Absolvierung des Lehrgangs bekommst du den Titel „Diätetisch geschulter Koch/DGE“ verliehen. Die Einsatzgebiete sind anschließend ähnlich wie die des Diätkochs.

Im Vergleich zur Ausbildung zum Diätkoch erfordert der Fachlehrgang eine kontinuierliche Weiterbildung. So müssen etwa in einem 3-jährigen Rhythmus gewisse Fortbildungspunkte nachgewiesen werden, damit das Wissen auf dem neuesten Stand und der Titel des diätetisch geschulten Kochs erhalten bleibt.

Ausbilder werden

Als Ausbilder gibst du dein Fachwissen rund um den Kochberuf weiter und betreust Auszubildende vom ersten Tag ihrer Ausbildung bis zur erfolgreichen Abschlussprüfung – so wie du es auch selbst aus deiner Ausbildung kennst. Voraussetzungen hierfür sind unter anderem fachliche Fertigkeiten und Kenntnisse sowie einige Zeit der Berufspraxis.

Wer Fach-Ausbilder werden möchte, muss hierfür eine Prüfung nach der Ausbildereignungsverordnung (AEVO) ablegen und damit seine Eignung als Ausbilder bestätigen lassen. Es gibt zudem spezielle Kurse zur Vorbereitung auf die Prüfung (beispielsweise bei der IHK ), die Teilnahme ist aber keine zwingende Voraussetzung für den Ausbilderschein.

Zum Küchenmeister weiterbilden

Als ausgebildeter Koch bzw. ausgebildete Köchin hast du die Möglichkeit, dich zum Meister deines Berufes weiterzubilden. Die Meisterausbildung baut auf deiner Kochausbildung auf und qualifiziert dich zur Führungskraft. Anschließend übernimmst du Aufgaben rund um die Planung und Organisation in allen Bereichen der Küche.

Für die Ausbildung zum Küchenmeister kannst du entsprechende Kurse belegen. Dort lernst du Inhalte aus den Bereichen Betriebswirtschaftslehre, Recht und Steuern, Controlling, Rechnungswesen, Volkswirtschaftslehre, Kommunikation und Personalwirtschaft. Einige Weiterbildungskurse bieten in Kombination auch Inhalte für die Ausbildungseignungsprüfung an.

Die Meisterkurse können je nach aufgewendeter Zeit zwischen drei Monaten und zwei Jahren dauern und z.B. bei der IHK oder DEHOGA absolviert werden. Sie sind allerdings nicht verpflichtend sondern als eigene Vorbereitung gedacht, werden aber von den meisten angehenden Meistern in Anspruch genommen. Den Meisterbrief erhältst du letztendlich nach erfolgreicher Prüfung bei der Industrie- und Handelskammer.

Qualifikation als Fachwirt

In Deutschland kannst du durch die Weiterbildung zum Fachwirt eine höhere kaufmännische Qualifikation erlangen, welche sich je nach Wirtschaftszweig unterscheidet. Für ausgebildete Köche kommt hier z.B. die Qualifikation zum Fachwirt im Gastgewerbe in Frage. Hierbei handelt es sich um einen anerkannten Abschluss auf Meisterebene, der dich für Führungs- und Leitungspositionen in der Hotel- und Gastronomiebranche qualifiziert.

Aufgaben, die ein Fachwirt im Gastgewerbe übernehmen kann:

  • Mitarbeiter anleiten
  • Veranstaltungen organisieren
  • Angebote erstellen und kalkulieren
  • Erwartungen von Gästen analysieren
  • Trends und Entwicklungen berücksichtigen
  • Neue Konzepte umsetzen

Auch für die Prüfung zum Fachwirt im Gastgewerbe kann zuvor ein Vorbereitungskurs über 3-12 Monate (je nach Zeitmodell) besucht werden, der aber nicht verpflichtend ist.

Weiterbildung zum Lebensmitteltechniker

Als Lebensmitteltechniker arbeitest du meist nicht mehr in der Hotellerie oder Gastronomie, sondern findest deine Anstellung in der Industrie. Hier gehören Bereiche wie Produktentwicklung, Beratung oder Qualitätssicherung zu deinen Aufgaben. Die Einsatzgebiete von Lebensmitteltechnikern sind insgesamt sehr vielfältig. Sie finden – je nach Schwerpunkt – beispielsweise Anstellungen in:

  • Molkereibetrieben
  • Betrieben der Fleisch- und Fischverarbeitung
  • Herstellungsbetrieben für Brot- und Backwaren
  • Betrieben der Obst- und Gemüseverarbeitung 

Die regulären Voraussetzungen für die Weiterbildung sind neben deiner abgeschlossenen Kochausbildung mindestens ein Hauptschulabschluss sowie ein Jahr Berufserfahrung. Die Weiterbildung dauert 2 Jahre in Vollzeit bzw. 3-4 Jahre in Teilzeit. Nach erfolgreichem Abschluss kannst du dich als staatlich geprüfter Lebensmitteltechniker auf Aufgaben in der mittleren Managementebene freuen.

Abitur nach der Kochausbildung

Nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung zum Koch bzw. zur Köchin hast du unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit, die Fachhochschulreife (besser bekannt als „Fachabi“), die fachgebundene Hochschulreife oder die Allgemeine Hochschulreife (das Abitur) zu erlangen oder zum Teil sogar ohne Abitur & Co. zu studieren. 

Allgemeine Fachhochschulreife

Nach abgeschlossener Ausbildung kannst du an einer Fachoberschule (FOS) innerhalb von einem Jahr die allgemeine Fachhochschulreife erlangen. Dieser Abschluss berechtigt dich zum Studieren an einer Fachhochschule in jedem Studiengang der dort angeboten wird. Das Fach muss also keinen Bezug zu deiner vorherigen Kochausbildung haben. Voraussetzungen zum Besuch der Fachoberschule sind neben der abgeschlossenen Ausbildung im Berufsfeld Ernährung und Hauswirtschaft auch ein mittlerer Schulabschluss.

Fachgebundene Hochschulreife

An der Berufsoberschule (BOS) kannst du innerhalb von zwei Jahren (wenn keine zweite Fremdsprache nachgewiesen wird) die fachgebundene Hochschulreife erlangen. Dieser Abschluss berechtigt dich zum Studieren an Hochschulen und Fachhochschulen in einem fachbezogenem StudiengangVoraussetzungen sind ein mittlerer Schulabschluss mit Durchschnittsnote 3,0 oder besser in den Hauptfächern sowie eine abgeschlossene Berufsausbildung oder eine mindestens fünfjährige Berufspraxis im Berufsfeld Ernährung und Hauswirtschaft.

Allgemeine Hochschulreife

An der Berufsoberschule (BOS) kannst du ebenfalls innerhalb von zwei Jahren die allgemeine Hochschulreife (Abitur) erlangen. Dieser Abschluss berechtigt dich zum Studieren an Hochschulen und Fachhochschulen in jedem Studiengang. Voraussetzungen hierfür sind sowohl eine abgeschlossene Berufsausbildung oder mindestens fünfjährige Berufspraxis im Berufsfeld Ernährung und Hauswirtschaft, als auch ein mittlerer Schulabschluss mit Durchschnittsnote 3,0 oder besser in den Hauptfächern. Darüber hinaus muss eine zweite Fremdsprache nachgewiesen werden, die aber auch während des Besuchs an der Berufsoberschule erlernt werden kann.

 

Die Voraussetzungen für die Erlangung der Hochschulreife können sich je nach Bundesland unterscheiden. Informiere dich daher am besten direkt bei deinem zuständigen Institut. In vielen Fällen ist dies die Berufsschule, an der auch die Kochausbildung absolviert wird.

Die Kochausbildung als direktes Sprungbrett fürs Studium

Hotelfachschule

Wer einen mittleren Schulabschluss und eine abgeschlossese Kochausbildung sowie mindestens ein Jahr Berufserfahrung hat, kann an der Hotelfachschule ein zweijähriges Studium zum staatlich geprüften Betriebswirt (Fachrichtung Hotel- und Gaststättenwesen) aufnehmen. Hier bekommst du in vier Semestern (in Vollzeit) kaufmännisches Know-How sowie strategische und organisatorische Inhalte vermittelt, die dich zur Führungskraft in deiner Branche befördern. Der Abschluss entspricht dem Niveau eines Bachelors.

An manchen Hotelfachschulen kannst du alternativ zum zweijährigen Betriebswirt auch den einjährigen Bildungsgang zum staatlich geprüften Gastronom absolvieren. Dieser bereitet dich auf die Übernahme von Führungspositionen in operativ bestimmten Tätigkeitsfelder vor.

Studieren ohne (Fach-)Hochschulreife

Über den Hochschulzugang für beruflich Qualifizierte kannst du unter bestimmten Voraussetzungen studieren, ohne vorher Abitur oder einen vergleichbaren Schulabschluss gemacht zu haben. Als Meister oder Fachwirt besitzt du die allgemeine Hochschulzugangsberechtigung und kannst damit ein Studium in jedem Bereich aufnehmen. Aber auch, wenn du zuvor keine berufliche Weiterbildung abschließt, ist ein Studium ohne höheren Schulabschluss möglich. Wer eine mindestens zweijährige Berufsausbildung durchlaufen hat und mindestens drei Jahre Berufspraxis nachweisen kann, kann eine fachgebundene Hochschulzugangsberechtigung erlangen und hat darüber die Möglichkeit, ein Studium in einem fachbezogenem Studiengang aufzunehmen.

Wir halten diese Seite laufend aktuell und versuchen neue Infos schnellstmöglich aufzunehmen. Falls dir hier dennoch ein Fehler aufgefallen ist oder es weitere Fortbildungen gibt, die wir bisher nicht aufgenommen haben, dann schreib uns eine Mail.

Wenn du ansonsten spezielle Fragen rund um die einzelnen Fort- und Weiterbildungen hast, wende dich bitte direkt an die entsprechenden Institute oder die IHK deiner Stadt – dort bekommst du immer aktuelle Infos, zugeschnitten auf deine persönliche Situation.