Der Start ins Berufsleben bedeutet für die meisten jungen Menschen viel Veränderung. Dir steht ein neuer Alltag bevor, du lernst neue Fähigkeiten und verdienst wahrscheinlich auch dein erstes richtiges Geld. Grund genug also, dass du dich vorher informierst, was auf dich zukommt.

Welches Gehalt du in der Kochausbildung erwarten kannst, warum dein Wohnort dabei eine Rolle spielt und wie du ein paar Euro zusätzlich bekommen kannst, schauen wir uns in diesem Beitrag an.

 

Wie hoch ist das Gehalt in der Kochausbildung?

Machen wir uns nichts vor – neben all den neuen Fertigkeiten und Erfahrungen, die deine Lehre als Koch bzw. Köchin mit sich bringt, spielt natürlich auch das künftige Gehalt eine wichtige Rolle. Immerhin kommen in der Ausbildung auch Kosten auf dich zu, zum Beispiel für Fachbücher, Berufskleidung oder gute Messer. Für deine eigene Planung ist es da natürlich wichtig zu wissen, welche Summe monatlich auf dein Konto kommt.

Wie viel du in deiner Ausbildung zum Koch verdienst, ist von unterschiedlichen Faktoren abhängig. Eine wichtige Rolle spielt hierbei der Ort, in dem du deine Lehre antrittst. Denn obwohl Deutschland seit 1990 wieder als Einheit existiert, bestehen bei den Gehältern immer noch unterschiede zwischen alten und neuen Bundesländern.

 

Alte Bundesländer

Ist dein Ausbildungsbetrieb in Baden-Württemberg, Bayern, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland oder Schleswig-Holstein? Dann beträgt deine Vergütung:

  1. Lehrjahr: 687 Euro
  2. Lehrjahr: 782 Euro
  3. Lehrjahr: 884 Euro

 

Neue Bundesländer

Befindet sich dein Betrieb in Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt oder Thüringen? Dann kannst du mit folgender Ausbildungsvergütung rechnen:

  1. Lehrjahr: 585 Euro
  2. Lehrjahr: 669 Euro
  3. Lehrjahr: 753 Euro

 

Bedenke aber, dass diese Zahlen Durchschnittswerte sind und zudem das Bruttogehalt darstellen. Es kommen also noch Abzüge u.a. für Steuern und Krankenversicherung hinzu.

Des Weiteren kommt es darauf an, ob dein Ausbildungsbetrieb tarifgebunden ist und sich somit an die festgesetzten Beträge halten muss. Ist dein Betrieb nicht an einen Tarif gebunden, darf dein Gehalt dennoch nicht mehr als 20 Prozent unter dem üblichen Satz liegen.

Wie hoch dein Gehalt tatsächlich ausfällt, siehst du spätestens auf deinem Ausbildungsvertrag.

 

Geht da noch mehr?

Das Gehalt in der Kochausbildung liegt zwar verglichen mit anderen Berufen noch im Durchschnitt, dennoch kann es ganz schön knapp werden. Als Azubi bleibt am Monatsende meist kaum etwas übrig. Vor allem, wenn ungeplante Ausgaben anstehen oder du etwas sparen möchtest, zum Beispiel für einen Urlaub oder eine größere Anschaffung, wird es eng. Aber es gibt einige Möglichkeiten, dein monatliches Einkommen mit Hilfe vom Staat etwas aufzubessern und dadurch sogar ein paar Hundert Euro im Monat zusätzlich zu bekommen.

 

Kindergeld

Kinder und Jugendliche unter 25 Jahren bzw. deren Eltern haben Anspruch auf Kindergeld. Dies gilt auch für Auszubildende, denn das Kindergeld ist auch dafür vorgesehen, die Ausbildung mitzufinanzieren. Wenn du zudem nicht bei deinen Eltern wohnst, steht das Kindergeld dir selbst und nicht mehr deinen Eltern zu. Der Betrag beginnt bei Rund 194 Euro (Stand: 2018), hängt aber davon ab, ob du Einzelkind bist, oder noch Geschwister hast. Die jeweils aktuellen Beträge kannst du in einer Kindergeldtabelle einsehen.

 

Berufsausbildungsbeihilfe (BAB)

Wenn du als volljähriger Auszubildender nicht bei deinen Eltern wohnst oder als minderjähriger aufgrund der Entfernung zum Betrieb nicht bei deinen Eltern wohnen kannst, kannst du bei der Agentur für Arbeit Berufsausbildungsbeihilfe beantragen. Dabei handelt es sich um einen Zuschuss zu deinem Azubigehalt – ähnlich wie BAföG bei Studenten – aber mit dem Vorteil, dass du das Geld am Ende deiner Ausbildung nicht wieder zurückzahlen musst. Um BAB zu bekommen, musst du einige Voraussetzungen erfüllen. Unter anderem wird auch der Verdienst von Eltern oder Lebenspartnern berücksichtigt. Ob du BAB-berechtigt bist und wie hoch die Förderung ausfällt, kannst du vorher bereits bei der Arbeitsagentur online prüfen. Die Ausbildungsbeihilfe wird ab dem Monat gewährt, in dem der Antrag gestellt wurde. Kümmere dich also schon möglichst früh darum.

 

Wohngeld

Eine weitere Option, Auszubildenden zwar selten zusteht, aber dennoch möglich ist, ist das Wohngeld. Wenn du als Azubi keinen Anspruch auf Berufsausbildungsbeihilfe hast oder dich bereits in deiner zweiten Ausbildung befindest und die Miete für deine Wohnung selbst tragen musst, kannst du hierfür Wohngeld beantragen. Einen Antrag hierfür stellst du in der Regel bei der Wohnungsgeldstelle deiner Gemeinde, also dort, wo sich die Wohnung befindet. Weitere Infos zum Wohngeld findest du auch im Internet.

 

Fazit

Die Ausbildungsvergütung spielt für viele angehende Azubis eine große Rolle bei der Berufswahl. Das Gehalt in der Kochausbildung kann zwar verglichen mit anderen Berufen mithalten, dennoch kann es für viele Auszubildende knapp werden – vor allem dann, wenn sie nicht mehr zuhause wohnen, sondern ihre Miete selbst bezahlen. Damit die Wahl des Traumberufes aber nicht am Gehalt scheitert, gibt es einige Möglichkeiten, mit denen der Staat Berufseinsteiger unterstützt. Nutze also die Chance auf ein paar Euro zusätzlich im Monat.

„Die Kunst ist nichts Wahres ohne Aussicht auf Bares.“ – Alf